Kunst und Natur

In einem Berliner Park treffen Kunst und Natur auf besondere Art und Weise aufeinander. Das Gelände, durch das ehemalige Zugschienen die Gehwege markieren, wurde der Natur überlassen. Diese erobert sich das Geraubte langsam aber sicher zurück. Künstler*innen haben an verschiedenen Stellen die Möglichkeit, sich auszudrücken – Graffitis, Skulpturen und Theater gehen hier eine wunderbare Symbiose mit der sie umgebenden Wildnis ein. Der Stadtplaner und Geograph Karl Ganser fand die folgenden passenden Worte dafür:

Kunst

Über sich selbst hinauswachsen

Es ist die Zeit der Sonnenblumen. Auf dem Weg raus aus der Stadt führen die Straßen streckenweise entlang weiter blühender Felder. Eine Sonnenblume wächst in der Regel ein bis zwei Meter in die Höhe, manchmal auch noch etwas mehr. Sehe ich Sonnenblumen auf dem Feld, ist mir diese Größe nicht bewusst. Im Vorbeifahren nehme ich vor allem ein Meer an strahlendem Gelb wahr.

Im Frühjahr schenkte uns unser Nachbar ein paar Petunien für unsere Blumenkästen. Wir pflanzten sie ein und säten noch ein paar Blumensamen rechts und links daneben aus. Es dauert immer einige Zeit, doch dann reckt sich plötzlich das erste Grün in die Höhe. Noch etwas später fingen wir in diesem Jahr allerdings an, uns zu wundern. Da wuchs etwas, was wir nicht zuordnen konnten. Und immer weiter und immer höher. Irgendwann fragte ich unseren Nachbarn, ob er uns irgendein verbotenes Gewächs untergejubelt habe. Es stellte sich heraus, dass die Petunien unter dem Vogelhäuschen standen und möglicherweise ein Sonnenblumenkern dazwischen gefallen sein könnte.

blühende SonnenblumeInzwischen haben wir den Beweis. In unserem schmalen Blumenkasten gedieh eine prachtvolle Sonnenblume heran. Sie ist circa zwei Meter hoch gewachsen und in voller Blüte.

Eine Blume auf dem Feld zwischen vielen anderen, die zwei Meter groß wird, ist eine Sache. Eine andere ist es, wenn aus einem verirrten, kleinen Kern eine einzelne Pflanze in gewissermaßen feindlicher, da sehr räumlich begrenzter, Umgebung so hoch hinaus wächst. Ich finde das wunderbar. Ich freue mich jeden Tag an dieser tapferen Blume, die Wind und Wetter trotzt. Sie wächst, wie sie wachsen muss und selbst in diesem Umfeld weit über sich hinaus.

Tote im Paradies

Im April sind wir durch Thailand gereist. Wir waren vorwiegend im Süden Thailands unterwegs und ich kann nur bestätigen, was die anderen, die bereits dort gewesen waren, mir im Vorfeld erzählt hatten: gute Infrastruktur, grandiose Strände, fantastisches Essen. Und fürwahr: das Essen alleine ist ein Highlight für sich. Es unterstreicht die Kulisse für einen Traumurlaub, der mancherorts für Reisende durch weniger gute Kost gemindert werden mag. Doch hier, so auf den ersten Blick, stimmt alles. Der Süden mit den vielen Inseln, weißen Stränden, Kokosnuss-Palmen, den Kartsteinfelsen, der üppigen Vegetation weist durchaus paradiesische Zustände auf.

thailand_Strand

Auf den zweiten Blick bekommt die Traumkulisse leichte Risse. Die absterbende Korallenwelt, die Korallenbleiche, hat mich zum Beispiel richtiggehend verstört und unendlich traurig gemacht. Ich hatte schon vorher davon gehört, aber das Ausmaß war mir nicht klar gewesen – und ich erhielt nur einen kleinen Einblick, da ich gar nicht tauchen, sondern nur mit Schnorchel-Equipment bewaffnet im Wasser unterwegs war. Es ist lange her, dass ich an einem sogenannten „Introductory Dive“ am Great Barrier Reef teilgenommen habe – ein Erlebnis, das bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Damals waren die Korallen noch bunt und in schillernden Farben, doch auch vor Australiens Küsten sterben mittlerweile die Korallenriffe ähnlich wie in der Andamanensee ab. Das Schnorcheln vor Koh Rok glich einem Ausflug durch eine ausgedehnte Geisterstadt.

Ein paar Wochen nach der Rückkehr aus meinem Urlaub las ich nun in der Berliner Zeitung einen Artikel über einen Wal, der vor Thailand an Plastiktüten verendet ist – das Tier hatte 80 Plastikbeutel im Magen, so dass es einfach keine Nahrung mit Nährstoffen mehr aufnehmen konnte.

Das Paradies und seine Toten…

Die Bilder von den ausgebleichten Korallen hatten mich tagelang verfolgt. Selbst in meinen Träumen nachts verarbeitete ich die Eindrücke vom Schnorcheln, auf die ich in dieser Form nicht vorbereitet gewesen war.

Korallenriffe sterben nicht nur in Thailand ab und Tiere verenden nicht nur dort aufgrund von gedankenloser Umweltverschmutzung. Als Kind sammelte ich mit anderen Kindern einer Jugendfreizeit Müll an den Stränden einer Nordseeinsel – um zu verhindern, dass Möwen und andere Tiere die Plastikringe von 6er-Packs Bier oder Zigarettenkippen zum Nestbau verwenden.

Es ist nicht einfach, sich in jeder Hinsicht umweltschonend zu verhalten. Alleine der Langstreckenflug nach Thailand ist eine Umweltverschmutzung an sich, zu der ich mit dem Kauf des Tickets und Antritt der Reise beigetragen habe.

Aber muss ein Wal so qualvoll verenden? Muss so viel weggeworfenes Plastik sein, das nicht in dafür vorhergesehenen Müllbehältern landet?

Damals waren wir Kinder zuerst nicht begeistert, in unserer Freizeit losgeschickt zu werden, um Müll einzusammeln. Am Ende des Tages wollten wir gar nicht mehr aufhören damit, als unsere Mülltüten immer voller wurden und wir uns vorstellten, wie viele Lebewesen wir vielleicht gerettet hatten.

Vielleicht ist das ja ein Anfang…

Alles in Allem war unsere Reise nach und durch den Süden von Thailand dennoch sehr schön. Vor 20 Jahren haben Reisende dort sicher noch eine ganz andere Nähe zu Kultur und Natur erleben dürfen, heute bewegt man sich vorwiegend in ausgetretenen Touristenpfaden. Diese zu durchbrechen obliegt jeder und jedem Einzelnen, wie auch an anderen Orten, jedoch selbst. Und es liegt an einem selbst, was man von einer Reise mitnimmt. 12 Stunden im Flugzeug nur für Strand, Meer und gutes Essen? Oder schaut man vielleicht doch mal hinter diese Mauer oder jene Ecke? Kommt mit Thailändern ins Gespräch, um mehr über Land und Leute zu erfahren? Macht vielleicht mal einen Abstecher – in die weniger bekannte Provinzstadt oder eine der weniger frequentierten Gegenden? Und nimmt Müllberge vor Ort nicht als Anlass, sich über andere aufzuregen, sondern eigene Gewohnheiten zu überdenken?

Die Toten im Paradies haben auch wir mit verschuldet.

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